Archiv für die Kategorie „Allgemeines“

Gedenktag

Freitag, 10. Januar 2020

Gedenktag 75 Jahre Befreiung
des Konzentrationslagers Auschwitz
am 27. Januar 2020

Initiative: Ökumenischer Arbeitskreis Saarlouis

unter Beteiligung der Schulen in Saarlouis
und vieler örtlicher Gruppen und Unterstützern

Evangelische Kirchengemeinde Saarlouis

von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr

Plakat Gedenktag

Neujahr 2020

Donnerstag, 2. Januar 2020

Altar und Weihnachtsbaum 3Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Neues Jahr 2020.

Ihre Evangeliche Kirchengemeinde Saarlouis

Konzert am Altjahresabend

Montag, 30. Dezember 2019

Konzert am Altjahresabend
19.30 bis 20.30 Uhr

Donald MacKenzie at OLLS - Christine Bradshaw photo

Donald MacKenzie

Es gastiert der Londoner Cinema-Organist Donald MacKenzie, Titular der berühmten “Duchess”, einer der größten Kinoorgeln der Welt im Kino Odeon am Londoner Leicester Square, zusammen mit der Chanson-Sängerin Noemi Schroeder (Düsseldorft). Auf ihrem Programm unterhaltsame und virtuose Orgelmusik, aber auch Chansons, Film-Songs und Kabarett Hits aus den Goldenen Zwanziger und Dreißiger Jahren. Der Eintritt ist frei.

Dass Besucher grooven und schunkeln, das erlebt man selten in Kirchenbänken. Bei Donald MacKenzie ist es die Regel, wenn er, einer der letzten großen Vertreter der Town Hall- und Concert-Organist Tradtition in England, aufspielt. Dort ist die große Tradition der Organisten und Entertainer nie ausgestorben. Im Gegenteil, die BBC würdigte in ihrer Sendereihe “The Organist entertains …” diese großartige Kunst über viele Jahrzehnte. MacKenzie hat als Entertainer und Konzertorganist die Welt bereist. Zum wiederholten Male kommt er an Silvester nach Saarlouis in die Evangelische Kirche, auch dieses Jahr mit einem Programm, dass einerseits “very British” ist, andererseits der Musik der deutschen Tanzpaläste huldit (Zarah Leander, Comedian Harmonists und den großen Komponisten der UFA wie Theo Mackeben und Friedrich Hollaender).

Noemi Schroeder (Duesseldorf) Foto Thomas Limberg

Noemi Schroeder

Als zweite Gastinterpretin freuen die Veranstalter sich auf Noemi Schroeder, einer gebürtigen Saarländerin, die mittlerweile im Raum Düsseldorf lebt, von wo sie ihre Tourneen mit einem faszinierenden Mischung aus Kabarett, Light Classics, Operette, aber auch klassischen Theater singt, spielt und spricht. Für das Gastspiel in Saarlouis haben sich beide Interpreten Hits wie “Over the rainbow”, “Je ne regrette rien” oder “Nur nichts aus Liebe weinen” ins Programm genommen.

Der Eintritt ist frei – Spenden sind willkommen. Wer Lust und Zeit hat, darf zum Abschluss auch noch mit einem Glas Crémant anstoßen, auf einer sehr erfolgreiches abwechslungsreiches Musikjahr in der Evangelischen Kirche Saarlouis.

Liebe Gemeinde,

Mittwoch, 6. November 2019

wofür ist die Bibel noch gut? Was sollen all die Geschichten in der Bibel? Manchmal lohnt sich ein längerer Blick und man erkennt: sie erzählen von unserem Leben. Allerdings ist das so, als wenn man in einen Zerrspiegel blickt. Man braucht einen Moment, um sich zu erkennen. Das ist mir anhand einer Geschichte aus dem Alten Testament deutlich geworden. Alt meint eben nicht überholt. Im Gegenteil. Der Zerrspiegel unseres Handels steht im 2. Buch der Könige:

23 Und Elisa ging hinauf nach Bethel. Und als er den Weg hinaufging, kamen klei-ne Knaben zur Stadt heraus und verspotteten ihn und sprachen zu ihm: Glatzkopf, komm herauf! Glatzkopf, komm herauf! 24 Und Elisa wandte sich um, und als er sie sah, verfluchte er sie im Namen des Herrn. Da kamen zwei Bären aus dem Walde und zerrissen zweiundvierzig von den Kindern.

Ein immer noch aktuelles Spiel. Die Regeln sind einfach: Man sucht bei dem anderen einen Schwachpunkt, um sich selbst größer, wichtiger zu machen und besser zu fühlen. Indem die Knaben treffsicher den schwachen Punkt Elisas finden, sein kahles Haupt schaffen sie sich ein Gefühl der Stärke, ja Überlegenheit. Und natürlich ist Elisa nicht mehr so schnell, dass er ihnen folgen könnte. Im sicheren Gefühl ihrer Jugend verspotten sie ihn. Und weil er auf dieses Spiel eingeht und nicht gelassen darüber steht, macht es noch mehr Spaß.

Immer geht darum, dass ich mich mit anderen vergleiche und etwas finde worin ich besser bin oder besser dastehe. Dieses Spiel funktioniert mit dem Aussehen genauso wie mit der Leistungsfähigkeit, es funktioniert mit dem Erfolg wie mit dem Status oder den Ämtern, die ich innehabe, es funktioniert mit der Moral genauso wie mit dem Aussehen des Vorgartens. Hauptsache: Ich bin größer, schöner, besser, erfolgreicher, mutiger, intelligenter, beliebter als der andere.

Aber die Geschichte macht deutlich: Dieses Spiel produziert immer ein Opfer. Denn es gibt immer einen, der ist stärker als ich. In diesem Fall die Bären, die noch mehr Haare und mehr Muskeln haben als die Knaben. Ein tragisches Ende, das nicht nötig gewesen wäre – auch weil der Prophet völlig seine Souveränität verliert und maßlos reagiert. Er setzt die Religion als Waffe ein, um die Knaben zu strafen.

Wir kennen dieses Spiel auch heute nur zu gut. Es fängt im Kindergarten an und hört bei vielen Menschen nie auf. Die sozialen Medien haben diesem alten Spiel noch mal eine neue Qualität verliehen, weil eine ganz andere Öffentlichkeit geschaffen wird. Dieses Spiel wird im kleinen gespielt wie in der großen Politik. Von einzelnen und von ganzen Gruppen, ja manchmal ganzen Nationen. Im Moment erlebt man wieder, wie selbst mächtige Präsidenten sich nicht zu schade sind, dieses Spiel zu spielen.
Das macht deutlich, wie tief dieses Verhalten in uns verwurzelt ist. Wir werden es nur ändern, wenn wir das Übel beim bei ihrer Wurzel packen. Als Kinder lernen wir: Für meine Stärken werde ich belohnt, aber unter meinen Schwächen habe ich zu leiden. Wenn ich etwas falsch mache, werde ich bestraft, wenn ich zu langsam bin, werde ich angetrieben Wenn ich nicht so bin wie die anderen – klüger oder dümmer, dann werde ich dafür gehänselt und so fort. Das führt zu einem tief verwurzelten Gefühl der Unsicherheit. Wir lernen, dass wir uns der anderen nicht sicher sein können, sobald unsere Schwächen zutage treten. Und von da an ist es ein kleiner Schritt auf die Schwächen der anderen zu verweisen, damit meine Schwächen nicht auffallen. Es ist die tiefsitzende Angst vor Ablehnung, die uns dazu bringt, die anderen klein zu machen und bloßzustellen.

Jesus hat für sich diesen Kreislauf durchbrochen. Er hat dieses Spiel nicht mitgespielt. Bis ans Kreuz hat er sich diesem Spiel verweigert und deutlich gemacht: Ich mache mich nicht auf Kosten anderer groß. Er konnte das, weil er sich selbst in der Liebe Gottes geborgen wusste. Seine Wertschätzung und Wichtigkeit hing nicht an dem Urteil anderer Menschen. In der Taufe hat Gott ihm öffentlich erklärt: Du bist mein geliebtes Kind – bedingungslos. Jesus weiß sich geliebt. Das macht ihn stark. Und Geliebte können lieben. Liebe ist das einzige Heilmittel gegen diese Krankheit.

Versuchen wir das doch auch mal. Sehen wir die anderen mit den Augen Gottes – als seine geliebten Kinder. Vor allem: Sehen wir uns selbst als seine Kinder. Dann brauchen wir uns nicht immer mit den anderen zu vergleichen und können auch zu unseren Schwächen und Fehlern stehen.

Ihr Jörg Beckers

Liebe Gemeinde,

Dienstag, 9. Juli 2019

Liebe Gemeinde,

Endlich Urlaub, endlich eine Auszeit von der Arbeit,  endlich Wegkommen von all dem, was uns frustet, endlich Zeit für Familie und Freunde, endlich Zeit zum Ausspannen  …

Wo nach sehnen Sie sich bei dem Wort Urlaub?

Von Urlaub und Ferien machen, davon weiß die Bibel nichts. Aber von Reisen ins Unbekannte schon. Da wird Abraham auf die Reise seines Lebens geschickt (1. Mose 12,1f), um irgendwo neu anzufangen. Jona nimmt kurzerhand  mal ein Schiff, um von den Herausforderungen des Lebens davonzulaufen (Buch Jona) und Hagar begibt sich auf den Weg, in der Hoffnung irgendwo  wirklich anzukommen (1.Mose 16,1ff). Und Jesus ? Jesus selbst schickt seine Jünger ohne Gepäck und Proviant  los, sozusagen auf das „Work und Travel Abenteuer“ ihres Lebens (Lk 10, 3-6).

Aber dass wir Menschen auch schon mal von unserem Tagwerk eine Auszeit brauchen, davon weiß die Bibel schon.  „Am siebten Tage sollst du ruhn“,   und „den Sabbat heiligen“ können wir im ersten Buch Moses lesen.  Was nichts anderes heißt, als etwas für Körper, Geist und Seele zu tun.

Jesus selbst machte davon Gebrauch,  auch dann, wenn ihm alles zu viel geworden ist.  Er ging an eine ruhige Stätte, an einen stillen Ort, um wieder aufzutanken (Mk 6,31).  Und nicht nur das, hatte er doch auch eine ganz „persönliche Urlaubsadresse“ (Lk 10, 38f)  .

Auch wenn im deutschen Wort Urlaub nichts von alledem zu finden ist,  da steckt  ja eher das Wort „erlauben“ drin, gewissermaßen ich darf  mir  eine  Auszeit von der Arbeit erlauben,  ist das bei dem englischen Wort Holidays anders:  Da können wir Holy days = heilige Tage entdecken.

Wie auch immer Sie ihren Urlaub verbringen, mit Wandern, Besichtigungen,  Strand, Städte und  ferne Länder sehen,  was für eine*n am Besten ist, dass kann man wahrscheinlich nur beantworten, wenn man weiß, warum man Urlaub macht. Ist es ein Davonlaufen wie bei Jona, oder wollen wir bei uns selbst ankommen wie bei Hagar oder machen wir eine Reise, um zu entdecken, dass wir unser Leben neu ausrichten müssen?  Oder brauchen wir eine Auszeit, damit unser Körper neue Kraft tanken kann, unser Geist wieder frei wird und unsere Seele wieder ins Schwingen kommt?

Sicher ist, dass eine andere Umgebung,  Berge, das Wandern, die Kultur, Strand, Meer, Begegnungen etc. dazu beitragen können.  Holy days  – Heilige Tage wären dann bestenfalls  ein Ankommen bei mir selbst,  also dass ich mir selbst ein Stück näher gekommen bin.

Und das denke ich, ist ganz im Sinne des baptistischen Geistlichen Thomas Cook, der Tourismus –Pionier im 19 Jhd. schlechthin.

Auf ihn gehen die Pauschalreisen zurück und er ist Gründer der Thomas-Cook-Group (heute ThomasCook Reisen), die es  Menschen, die weniger begütert waren, erlaubte, in andere Länder zu vereisen. Sein Gründungsmotto war: „Menschen mit Menschen und Menschen mit Gott zu verbinden“. Für ihn bestand kein Zweifel. Urlaub ist die beste Zeit, um Gott zu begegnen.  Heilige Tage  eben. Holidays.

In diesem Sinne, wünsche ich ihnen allen,  eine gesegnete Urlaubszeit.

Ihre Barbara Johann

Liebe Gemeinde,

Dienstag, 29. Januar 2019

in den zurückliegenden Weihnachtstagen und auch den Gottesdiensten im Jahreswechsel war unsere Kirche ein guter Ort, um innezuhalten und sich auf das zu besinnen, was uns trägt und uns Kraft gibt für das alltägliche Leben. Es gibt nicht viele Orte in unserer Gesellschaft, die diese Ruhe und diese Kraft in sich tragen. Gerade in der vorweihnachtlichen Zeit war zu spüren, wie gut es tut, aus der allgemeinen Hektik auszubrechen.

Ein besonderer Moment ist immer der Schulgottesdienst, den wir mit einigen Klassen der Vogelsangschule abends feiern. Dann können auch die Eltern oder Großeltern dazukommen. Das Licht spielt in diesen Gottesdiensten eine besondere Rolle. Oft entzünden wir viele Kerzen und löschen alle weiteren Lichter. Mit dem Kerzenschein kehrt auch eine besondere Stille ein. Man spürt ein Aufatmen, ein Ruhenlassen der Sorgen, ein Getragensein. Etwas, was dann ins Auge fällt, sind unsere Kirchenfenster. Auch wenn von draußen kein Licht hereinstrahlt und die Kirche dunkel scheint, wohnt ihnen ein Leuchten inne, das diesem Raum eine besondere Atmosphäre der Geborgenheit und der Kraft verleiht.

In all dem kann die Weihnachtsbotschaft aufs Neue gedeihen. Gott wird Mensch. Er schlüpft in unsere Haut und teilt alles Menschliche mit uns. Diese Welt ist nicht Gottverlassen, auch wenn sie oft so wirkt. Ich bin nicht Gottverlassen, auch wenn mir manchmal so zumute ist. Seit jener Nacht heißt es: Über dir das Leuchten von Gottes Wohlwollen und in dir ein Funken, der anderen Wohlwollen zukommen lässt.

In diesem Glauben finden wir die Kraft für unser Leben. Spüren wir Bejahekraft, die uns trägt und die auch über Weihnachten hinaus gilt. Wir können dieses Leben in vollen Zügen genießen und uns daran freuen.

Die Kirche ist ein Ort, an dem dieser Glauben gestärkt und wieder neu geboren wird. Die Fenster tragen ihren Teil dazu bei – ob die Sonne scheint oder ob es dunkel ist. Sie sind auf eine gewisse Weise sogar ein Gleichnis für uns Menschen. Es gibt ein leuchtendes Wort von Elisabeth Kübler Ross dazu.

„Menschen sind wie Kirchenfenster. Wenn die Sonne scheint, strahlen sie in allen Farben, aber wenn die Nacht kommt, kann nur ein Licht im Innern, sie voll zur Geltung bringen.“

Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses Licht im Innern bei sich tragen. Eben jenen Funken, der uns Kraft und Mut zum Leben gibt. Und vielleicht kommen Sie einfach mal wieder in unsere Kirche und entdecken ihre Kraft und ihre Schönheit für sich neu.

Ihr Jörg Beckers, Pfarrer

Die andere „Weihnachtsgeschichte“:

Montag, 3. Dezember 2018

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Und in ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.“

So heißt es im Johannes-Evangelium in Kapitel 1, Vers 1.4 + 14a und so beginnt Johannes sein Evangelium. Es ist seine Art und Weise, das Ereignis der Weihnacht zu beschreiben. Keine Krippe, keine Engel, keine Hirten, kein Josef und Maria, auch kein Herodes, keine Weisen, keine Flucht. Kein großes Weihnachtsgemälde wie bei Lukas, keine dramatische Geschichte wie bei Matthäus. Johannes sagt in fast dürren Worten, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist. Aber in eben diesen dürren Worten hält er das Geheimnis dieses Vorgangs fest.

Was ist dieses Geheimnis? Das Kind Jesus trägt den Anfang des Lebens in sich, den Lebenskern, das lebensschaffende Wort Gottes. Im Griechischen steht der Begriff „Logos“ für „das Wort“. Dieser Logos ist das lebensspendende Wort, mit dem Gott die Welt erschaffen hat. Der Mensch Jesu trägt also Gott selbst auf wundersame Weise in sich. Es ist wie bei einem alten Baum, der immer noch in der untersten Gewölle seiner Wurzel den Setzling beherbergt und in sich trägt. Dieser Setzling kann immer wieder Leben hervorbringen.

Gott wird Mensch und kommt in diese Welt. Ein unvorstellbarer Vorgang! Heißt das doch: Gott löst all das Trennende zwischen sich und den Menschen auf. Gott, der Heilige, der Ewige, die Quelle des Lebens verbindet sich stattdessen unwiderruflich mit der menschlichen Existenz. In Jesus leuchtet Gott selbst auf.

Und so hat Jesus dann gelebt. Er überwindet das „die da“, „die anderen“, die Fremden, die Unreinen, die Aussätzigen, die, die nicht dazugehören sollen, weil sie stören, Angst machen oder schuldig geworden sind. Jesus hat keine Berührungsängste und sucht das Verbindende, nicht das Trennende. Er verbindet neu, was Gott und Menschen trennt. Er überwindet Gräben der Schuld, der Einsamkeit, der Abstammung und des Glaubens. So wird er zum Licht der Welt. Und er verbürgt mit seinem Leben und Sterben, dass die lebensschaffende Kraft bei uns bleibt. Das Licht bleibt in der Welt.

Wenn wir Weihnachten feiern, sollten wir uns bewusst machen, dass es dieser Jesus ist, der auch in uns geboren werden soll. So hat es Gott gedacht. Verbinden, nicht trennen. Versöhnen, nicht spalten. Lieben, nicht Hassen. Damit auch in uns der Frieden einzieht und die Güte einen Platz in dieser Welt bekommt. Damit uns ein Licht in der Dunkelheit aufgeht und Menschen zueinanderfinden. Damit wir erleuchtet werden und die Bestimmung unseres Menschseins finden.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest.

Ihr Jörg Beckers