Archiv für April 2019

Liebe Gemeinde,

Donnerstag, 11. April 2019

in diesen Tagen feiern wir wieder Ostern – wir feiern, dass Gott dem Leben Bahn bricht und Jesus Christus von den Toten auferweckt. Dieses Ereignis übersteigt unsere Vorstellungskraft. Niemand weiß, was damals in jener Nacht geschehen ist. Niemand war dabei und doch hat diese Nacht die Welt verändert. Die Jüngerinnen und Jünger Jesu haben erlebt, wie der gekreuzigte Jesus ihnen begegnet. Jesus wird dem Tod entrissen und nimmt ihm seine Macht. Nicht mehr der Tod ist endgültig, gültig ist die Liebe Gottes. Die Enge des Grabes weicht dem leuchtenden Horizont. Auch für uns. Auferstehung heißt: Wir haben Zukunft, weil die Liebe Gottes stärker ist als alle anderen Mächte. Diese Hoffnung entfaltet eine Kraft zum Leben, auch wenn wir uns nicht vorstellen können, wie das geschah.

Dieses Geheimnis feiern wir an Ostern. Wir müssen das nicht begreifen, aber wir dürfen es feiern und miteinander erleben, wenn wir z.B. am Ostermorgen das Dunkel der Nacht mit der Osterkerze erhellen. Wir erleben es, wenn wir später am Morgen miteinander Abendmahl feiern. Es sind Unterpfänder, die unsere Hoffnung nähren und stärken.

Aber wir müssen auch erleben, wo uns Auferstehung im alltäglichen Leben begegnet bzw. widerfährt. Worin entfaltet sich die Kraft der Auferstehung in unserem Leben?

Ich glaube, dass wir diese Kraft der Auferstehung täglich erfahren.

Immer dann, wenn wir uns am Leben freuen und wenn wir uns dem Leben zuwenden. Das geschieht schon am Morgen, wenn wir aufstehen. Geweckt werden, aufstehen, jeden Tag neu sich erheben und dem Leben zuwenden – darin wohnt die Kraft der Auferstehung. Sie lässt uns nach vorne blicken und macht uns Mut, jeden Tag neu das Leben anzugehen.

Das klingt so einfach, aber wir wissen genau, dass es nicht so selbstverständlich ist. Es gibt Tage, wo uns das Aufstehen schwer fällt, weil wir kein Auge zugemacht haben und die Müdigkeit bleiern auf uns liegt. Vielleicht liegt uns etwas auf der Seele. Vielleicht schmerzen uns schlicht und einfach unsere so irdischen Knochen. Vielleicht ist uns die Lebenskraft oder der Lebensmut abhandengekommen. Aufstehen ist nicht selbstverständlich. Erst recht nicht, dass wir fröhlich und zuversichtlich dem Tag entgegensehen. Es geht nicht ohne die Portion Hoffnung, dass der Tag etwas bringt, etwas schenkt, etwas verheißt. Diese Hoffnung ist uns in Jesus Christus geschenkt worden. Ich glaube, dass Gottes Geist diese Kraft in uns wirkt. Er ist in uns am Werk, damit wir uns jeden Tag neu dem Leben zuwenden können.

Ich wünsche ihnen, dass sie diese lebensbejahende Kraft in den Ostertagen erleben und spüren.

Ihr Jörg Beckers