Liebe Gemeinde,

3. Februar 2016 von Anja Nesges

am 14. Februar 2016 werden in den Kirchengemeinden unserer Landeskirche neue Presbyterien gewählt.

14 Männer und Frauen stehen in Saarlouis zur Wahl, 12 von ihnen werden in Zukunft zusammen mit den Pfarrern und den Mitarbeiterpresbyterinnen unsere Kirchengemeinde leiten. An der Spitze der Kirchengemeinden steht somit nicht ein einzelner Mann oder eine einzelne Frau, die die alleinige Entscheidungsgewalt in Bezug auf Gottesdienstform, Finanzen, Beschäftigung von Mitarbeitenden und vielem mehr hätten, sondern ein ganzes Gremium. Auf kommunaler Ebene würde man das Presbyterium mit dem Gemeinde- oder Stadtrat gleichsetzen. Andere Kirchen sind zum Teil anders verfasst mit einer ausgeprägten Hierarchie und einer Entscheidungsgewalt in den Händen einiger Weniger. Unsere Kirche aber, die Evangelische Kirche im Rheinland, ist stolz auf ihre demokratische Struktur, die sich auf allen Ebenen durch Wahlen und die Zusammenarbeit von Theologen und Laien zeigt.

Viele Menschen, die einen Einblick in kirchliche Abläufe haben, beklagen allerdings den Aufbau unserer Kirche „von unten nach oben“ mit ihren Gremien, Arbeitsgruppen und Ausschüssen, denn diese können die Entscheidungsfindung erschweren und manchmal zu einer langwierigen Sache machen. Aber stellen Sie sich einmal vor, es wäre anders: Ein Mann oder eine Frau würden alleine entscheiden und für eine Kirchengemeinde bestimmen, was richtig und was falsch ist! Das würde so manchem übel aufstoßen, wäre man doch von der Laune und den Glaubensüberzeugungen eines Einzelnen abhängig.

Jetzt ist es aber so, dass wir ein Presbyterium haben. Das soll, wie es in der Kirchenordnung heißt, „sich bemühen, seine Beschlüsse einmütig zu fassen.“ Nicht immer ist das einfach. Es kann auch passieren, dass seine Mitglieder miteinander diskutieren müssen, dass sie um Wahrheiten und den richtigen Weg, der eingeschlagen werden soll, ringen müssen, dass verschiedene Ansichten und Überzeugungen zusammenkommen, über die sich verständigt werden muss – das alles getreu dem Motto, das der Apostel Paulus im 1. Thessalonicherbrief, Kapitel 5, Vers 21 schreibt:

„Prüft alles, das Gute behaltet.“

Das Gute behalten, das Gute wirken, das ist das, was das Presbyterium nicht um seiner selbst willen, sondern um des Glaubens und der Gemeinde willen möchte. Und auch Sie können an der Gestaltung und Entscheidungsfindung unserer Kirchengemeinde mitwirken, indem Sie beispielsweise am Wahltag von Ihrem Wahlrecht gebrauch machen und den Kandidatinnen und Kandidaten, die Ihrer Meinung nach im Presbyterium mitarbeiten sollen, Ihr Vertrauen aussprechen.

Ich bedanke mich bei allen, die sich zur Wahl stellen, und wünsche denen, die gewählt werden, Gottes Segen für Ihre Arbeit in unserer Kirchengemeinde

Das neue Presbyterium wird übrigens im Gottesdienst am 6. März eingeführt.

Ihr Michael Hilka

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